• Manuel Lindorfer

Heimremis gegen St. Martin 1b

Wenngleich das 1:1-Unentschieden gegen den Aufstiegsaspiranten aufgrund der Tabellenlage durchaus als Erfolg zu werten ist, so wusste nach dem dritten Spiel in Folge ohne Niederlage niemand so wirklich, ob man sich freuen konnte. Auch deswegen, weil man der 1b-Mannschaft des OÖ-Ligisten mehr als nur die Stirn bot, aufgrund eines klaren Chancenplus auch ein Sieg nicht unverdient gewesen wäre.


Knapp an die 150 Zuseher fanden sich am gestrigen Muttertag bei frühsommerlichem Wetter auf der Arnreiter Sportanlage ein, wo die Orange-Schwarzen auf die Blau-Gelben aus St. Martin trafen. Die Ausgangslage vor diesem Spiel hätte unterschiedlicher nicht sein können: Arnreit, als Tabellenletzter mittendrin im Kampf gegen den Abstieg, St. Martin seit Saisonbeginn im Dauerduell mit dem SV Hellmonsödt, im Kampf um den Aufstieg.

Wer nun aber erwartete, dass die 1b-Mannschaft des OÖ-Ligisten mit den Arnreitern leichtes Spiel haben werde, der wurde eines besseren belehrt. Von Beginn an entwickelt sich zwischen beiden Mannschaften eine relative ausgeglichene Begegnung, die Heimischen verstecken sich wie schon in der Vorwoche gegen Feldkirchen nicht, geben dem vermeintlichen Favoriten nicht klein bei. Während in der Anfangsphase beide Mannschaften noch darauf bedacht sind, keine Fehler zu begehen, so bekommen die Zuseher nach gut fünfzehn Spielminuten auch Torraumszenen geboten. Die ersten davon finden die Gastgeber vor, die nach einer Standardsituation von der linken Seite in Person von Kapitän Gahleitner Manfred die Riesenchance zur Führung haben, dieser den Ball aber nicht kontrolliert auf das verwaiste Tor bringt. Wenig später ist es Koblmüller Felix, der etwas außerhalb des Strafraumes zum Abschluss kommt, das Tor aber doch deutlich verfehlt.

St. Martin agiert phasenweise sehr zurückhaltend, ja nahezu lethargisch, lässt aber dann auch von Zeit zu Zeit seine Klasse durchaus aufblitzen. So wird ein ums andere Mal der Ball gut laufen gelassen, mit flottem Kurzpassspiel das Mittelfeld versucht zu überbrücken. Das letzte Zuspiel kommt bei den Blau-Gelben aber zu oft nicht an den Mann, wodurch ein Reisinger-Schuss, der weit über das Karl Gehäuse pfeift, vorerst die einzig nennenswerte Offensivaktion der Falnker-Elf bleibt. In Minute 34 gehen die Gäste aber dann mit ihrer ersten hochkarätigen Chance in Führung. Nach einem Einwurf auf der rechten Seite kann Rechberger den Ball ungehindert zur Mitte bugsieren, seine scharfe Hereingabe landet genau auf dem Kopf des am langen Eck vereinsamten Gattringer Harald, der aus kurzer Distanz nur mehr einzunicken braucht.

Die Orange-Schwarzen lassen sich durch den Gegentreffer aber nicht wirklich aus dem Konzept bringen, bereits wenige Minuten später finden sie eine hochkarätige Möglichkeit auf den Ausgleich vor, doch Grubhofer Thomas scheitert völlig frei vor Goalie Eckerstorfer, nachdem er zuvor herrlich in die Tiefe geschickt wurde. In der 41. Spielminute gelingt den Hausherren dann aber der zu diesem Zeitpunkt auch verdiente Ausgleich: Aiglstorfer Kevin wird mit einem Pass in die Tiefe bedient, kommt noch vor St. Martins Schlussmann an den Ball, und kann mit einem Schuss aus der Drehung diesem zum 1:1 überheben. Augenblicke vor dem Pausenpfiff durch Schiedsrichter Denthaner Harald dann beinahe noch die große Chance auf die Führung für Arnreit, nach einer schönen Aktion von Engleder Alexander und Aiglstorfer Kevin bringt ersterer das letzte Zuspiel allerdings nicht zum Mitspieler. So bleibt es beim Spielstand von 1:1, mit dem dann auch die Seiten gewechselt werden.

Nach Wiederbeginn bleiben die Heimischen weiterhin am Drücker, durch frühes Stören wird der Spielaufbau der Gäste oft bereits im Keim erstickt. Ungewöhnlich viele unnötige Ausbälle und Abspielfehler auf Seiten der St. Martiner sind das Resultat der frechen Arnreiter Spielweise. Kaum zu glauben: Das Schlusslicht ist in dieser zweiten Halbzeit die überlegene Mannschaft, sowohl was das Spielgeschehen angeht, als auch in punkto Torchancen. So sind die ersten Ausrufezeichen zwei Freistöße von Stockinger Lukas und Aiglstorfer Patrick. Ersteren kann St. Martins Eckerstorfer unter Mithilfe der Querlatte zur Ecke klären, bei zweiterem fehlt ein guter Meter, und er hätte wohl unhaltbar in die linke Kreuzecke gepasst. Die Blau-Gelben leisten sich weiterhin ungewöhnlich viele Unkonzentriertheiten, Torchancen sind daher eher Mangelware. Wenn die Jungs von Trainer Christian Falkner aber in die Nähe des Karl-Gehäuses kommen, wird es stets brandgefährlich. So muss sich Arnreits Schlussmann bei einem Rechberger-Kopfball nach perfekt getimter Flanke ordentlich Strecken, um die neuerliche Gäste-Führung zu verhindern. Rechberger ist es auch, der die zweite nennenswerte Chance der St. Martiner im zweiten Durchgang vorfindet, er kann aber von einem Arnreiter Abwehrspieler im Verbund mit Goalie Karl Thomas noch rechtzeitig vor dem Abschluss gestoppt werden.

Im anderen Strafraum gibt es dann plötzlich Elfmeter-Alarm, als St. Martins Neulinger den Ball zwar unabsichtlich, dennoch klar mit der Hand spielt - der fällige Pfiff durch den ansonsten souveränen Schiedsrichter Denthaner bleibt aber, ganz zum Missfallen des Heimanhangs, aus. In der Schlussviertelstunde rennen die Gastgeber dann unermüdlich an, man wittert die Chance, den Aufstiegsaspiranten hier und heute ein Bein zu stellen. Die Heimischen kommen auch noch zu ihren Chancen: Zuerst ist es ein Lindorfer-Kopfball, der nach einer Ecke von der linken Seite jedoch zu unplatziert ausfällt, so sichere Beute von St. Martins Eckerstorfer wird. Kurz vor Schluss ist es Aiglstorfer Patrick, der nach einem Einwurf von der rechten Seite den Ball geschickt abschirmt und aus der Drehung abzieht. Dem Arnreiter Anhang liegt der Torschrei schon auf den Lippen, anstatt in den Maschen zu landen prallt der Ball aber von der Innenstange zurück ins Spielfeld. In der zweiminütigen Nachspielzeit wird es dann auch noch zweimal gefährlich, als nach einem Freistoß von halbrechts ein Arnreiter Abwehrspieler den Ball im Fallen in Richtung Tor bringen kann, Aiglstorfer Patrick aber hauchdünn nicht mehr an die Kugel herankommt. Sein Bruder Kevin ist es, der wenig später die letzte Halbchance des Spiels hat, bei einem Steilpass kommt ihm aber St. Martins Schlussmann um den Bruchteil einer Sekunde zuvor. So bleiben die Arnreiter Bemühungen am Ende unbelohnt, endet das Spiel mit einem 1:1-Unentschieden.

Ein Unentschieden, dass man vor dieser Begegnung wahrscheinlich mit einem lachenden Gesicht angenommen hätte, in Anbetracht des Spielverlaufs kann man aber wohl durchaus von zwei verlorenen Punkten sprechen. Arnreit begegnete einem phasenweise lustlos wirkenden Tabellenzweiten mehr als nur auf Augenhöhe, insbesondere in punkto Torchancen hatten die Gastgeber klar die Nase vorne. Am Ende war es aber dann mitunter auch Pech, dass der Ball nicht mehr den Weg ins Tor finden wollte. So muss man sich man am Ende des Tages mit einem Punkt zufrieden geben, denn Zeit zum Nachtrauern bleibt in Anbetracht der bevorstehenden Aufgaben ohnehin keine. In den noch fünf ausstehenden Spielen werden die Orange-Schwarzen alles daran setzen, den aktuellen Aufwärtstrend weiter fortzusetzen, um so möglichst viele Punkte zu sammeln. Punkte, die am Ende entscheiden werden, ob man die Liga halten kann, oder den Gang in die zweite Klasse antreten muss. Die nächste schwierige Aufgabe haben die Arnreiter am nächsten Sonntag, 17. Mai zu bewältigen, da trifft man auswärts auf die Union Reichenthal. Die Kolacek-Elf liegt aktuell auf Tabellenplatz Sieben, konnte ihre letzten beiden Spiele gewinnen und ist ebenfalls im Aufwind. Gespielt wird dieses Mal erst um 17:00 Uhr, die Begegnung der beiden Reservemannschaften startet um 15:00 Uhr.

Die restlichen, nicht nur erfreulichen Ergebnisse der 21. Runde gibt's hier auf einen Blick:

Hellmonsödt - Kollerschlag 4:1 (1:0)

Peilstein - Reichenthal 0:1 (0:0)

Neustift/O. - St. Stefan 3:3 (3:2)

Ulrichsberg - Schenkenfelden 1:2 (0:0)

Sarleinsbach - Feldkirchen 1:2 (1:1)

Aigen-Schlägl - Klaffer 0:3 (0:1)


 

Spielbericht des oö. Fußballverbandes

Stockinger Lukas prüft St. Martins Eckerstorfer mit einem gefährlichen Freistoß.

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