• Manuel Lindorfer

Entscheidung vertagt: Drei Punkte gegen Gramastetten

Eine Saison der wohl spannendsten Saison in der 1. Klasse Nord neigt sich allmählich dem Ende zu. Während mit Walding und Reichenthal die beiden Absteiger bereits feststehen fallen am kommenden Wochenende auch die übrigen Würfel. Wer muss in die Relegation - und wer wird Meister? Vor dem letzten Spieltag haben neben dem großen Favoriten aus Eidenberg/Geng, dem in der letzten Runde ein Remis zum Aufstieg in die Bezirksliga reichen würde, gleich drei weitere Mannschaften die Chance auf den Titel. Dazu zählt seit dem vergangenen Wochenende auch die Mannschaft von Herbert Zach, die in einem intensiven Spiel den SV Gramastetten knapp aber nicht unverdient in die Knie zwingen konnte, und so eine Runde vor Schluss auf dem tollen zweiten Tabellenplatz liegt.


Eine mit knapp 250 Zusehern gut gefüllte Tribüne und strahlender Sonnenschein boten einen würdigen Rahmen für das letzte Heimspiel der Orange-Schwarzen in der Saison 2017/18. Eine Saison, in der der Vizemeister der Vorsaison zwei grundverschiedene Gesichter zeigte. Einem zweifelsohne enttäuschenden Herbst ließ die Mannschaft eine tolle Rückrunde folgen, mit Eidenberg/Geng holte nur eine Mannschaft mehr Zähler im Frühjahr als Arnreit. Gab man nach der Winterpause als oberste Prämisse die Mission Klassenerhalt aus, hat die Elf von Trainer Herbert Zach eine Runde vor Schluss sogar noch die - zumindest theoretische - Chance auf den Meistertitel. Auch deswegen, weil Kapitän Manfred Gahleitner und Co. bei ihrem letzten Auftritt vor heimischem Publikum mit dem SV Gramastetten einen unmittelbaren Tabellennachbarn niederringen konnten, und so in der Tabelle auf Platz zwei stürmen konnten. Aber alles der Reihe nach. Unter der Leitung von Schiedsrichter Peter Oberlaber entwickelte sich von Beginn weg ein offener Schlagabtausch zwischen zwei Mannschaften, die in der Vorwoche jeweils klare Siege einfahren konnten, und daher eigentlich vor Selbstvertrauen hätten strotzen sollen. Davon war in den ersten Minuten dieses Spiels allerdings noch recht wenig zu sehen, waren vorerst beide Seiten darauf bedacht, Fehler zu vermeiden, und dem jeweiligen Gegenüber nichts anzubieten. Die umsichtige Spielweise in der Anfangsphase war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass sich beide Teams der Bedeutung dieses Spiels durchaus bewusst waren, würde doch nur der Sieger weiterhin die Chance haben, im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitzureden. Es dauert eine gute Viertelstunde, ehe beide Mannschaften ihre anfängliche Zurückhaltung ablegen, um nun endlich auch im Spiel nach vorne ins Risiko zu gehen. Die Hausherren suchen dabei immer wieder das Zuspiel in die Schnittstelle, bei dem oft jedoch die letzte Präzision fehlt, das finale Zuspiel meist seinen Adressaten nicht erreicht. Nichtdestotrotz gebührt die erste nennenswerten Offensivaktion den Gastgebern, der Abschluss von Kevin Aiglstorfer fällt jedoch zu zentral aus und stellt Gramastetten Schlussmann Julian Hofer vor keine allzu großen Probleme. Auch die nächste gefährliche Situation geht von Arnreits Nummer neun aus, die von der Gästeabwehr im letzten Moment an einem erfolgreichen Abschluss gehindert werden kann. Auf der Gegenseite sorgt mit Junior der Brasilianer in Reihen der Urfahraner für das eine oder andere technische Gustostückerl, im Abschluss bleibt der gefährlichste Akteur der Gäste aber vorerst glücklos. Bezeichnenderweise entspringen die beiden gefährlichsten Szenen auf Seiten Gramastetten aus Standardsituationen. Während bei einem Brungraber-Freistoß Arnreit-Goalie Dominik Neumüller sicher zupackt, können seine Kollegen wenig später nach einer gefährlichen Hereingabe den freien Ball mit vereinten Kräften aus der Gefahrenzone bugsieren. Die größte Chance zur Führung finden kurz vor Ende der ersten Spielhälfte dann aber wieder die Hausherren vor. Nach einer gelungenen Co-Produktion der beiden Aiglstorfer-Brüder scheitert Patrick mit einem wuchtigen Halbvolley von der Strafraumgrenze nur knapp an einem stark reagierenden Gramastettner Schlussmann. Damit bleibt das Spiel weiterhin torlos, werden bei einem Halbzeitstand von 0:0 die Seiten gewechselt. Auch nach dem Seitenwechsel bietet sich den Zusehern ein weitestgehend unverändertes Bild. Ein flottes Hin und Her zwischen zwei Mannschaften, die bei Fehlern des Gegners schnell umschalten, und die mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr ins Risiko gehen. Für den ersten Aufreger in Durchgang zwei sorgen so wie zu Ende der ersten Halbzeit wieder die Gastgeber. Der eingewechselte Robert Riederer wird auf der halblinken Seite freigespielt, setzt das Leder jedoch um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei. Überhaupt gelingt es der Elf von Trainer Herbert Zach in dieser Phase des Spiels recht gut, die gegnerischen Offensivkünstler weitestgehend im Zaum zu halten, auch weil sich mit zunehmender Spieldauer langsam aber sicher erste Verschleißerscheinungen auf Gramastettner Seiten bemerkbar machen. Genau in diese Phase fällt dann auch die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente, wenn auch glückliche Führung für die Orange-Schwarzen. Kevin Aiglstorfer bringt einen scheinbar verloren geglaubten Ball von der Toroutlinie aus spitzem Winkel auf den kurzen Pfosten, wo sich Gramastettens Julian Hofer beim Versuch selbigen zu fangen diesen selbst ins Tor schlägt (76.). Es ist dieser Treffer aus heiterem Himmel, der in der Schlussphase noch einmal die letzten Kräfte auf Seiten der Urfahraner freisetzt, die nun zur Schlussoffensive blasen. Die größte Chance auf den Ausgleich findet dabei mit Junior einmal mehr der Ausnahmekünstler im Dress der Gäste vor, er schießt nach einem Tohuwabohu im Arnreiter Strafraum aus zentraler Position allerdings deutlich über das Tor. Auch die zweite gelungene Offensivaktion Gramastettens in der Schlussphase bringt nicht den gewünschten Erfolg, weil abermals Junior im Fallen den Ball nicht richtig trifft. Anstatt mit letzter Kraft doch noch irgendwie zum Ausgleich zu gelangen, haben die Gäste in den letzten Minuten dieses Spiels noch Glück, sich nicht noch einen zweiten Treffer einzufangen. Zuerst kann ein Gramastettner Abwehrspieler nach einer Aiglstorfer-Hereingabe in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Alexander Engleder klären, kurz vor dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Oberlaber bleibt auch eine Energieanfall von Kevin Aiglstorfer unbelohnt, der gleich dreien seiner Bewacher entwischen kann, im Eins-gegen-Eins mit Gästegoalie Hofer allerdings den Kürzeren zieht. Nach 93 Spielminuten ist es dann amtlich: Arnreit gewinnt das letzte Heimspiel der Saison gegen einen starken Gegner knapp aber nicht unverdient, und darf so auch am letzten Spieltag der Spielzeit 2017/18 noch um den Meistertitel mitspielen.

Der zwölfte Saisonsieg fügt sich nicht nur nahtlos in das tolle Frühjahr ein, dass Kapitän Manfred Gahleitner und Co. bis zu diesem Zeitpunkt absolvieren, sondern bedeutet für die Mannschaft von Trainer Herbert Zach auch den zwischenzeitlichen Sprung auf Tabellenplatz zwei. Vor dem letzten Spieltag beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Eidenberg/Geng drei Punkte, ist die Chance, die Urfahraner in letzter Sekunde noch vom Thron zu stoßen, wohl eher theoretischer Natur. Eidenberg reicht zum Abschluss der Saison ein Remis gegen Klaffer, um aus eigener Kraft den Aufstieg in die Bezirksliga zu fixieren. Die Orange-Schwarzen hingegen müssen vorerst die eigenen Hausaufgaben machen, und dann auf einen Überraschungscoup des Tabellenzwölften hoffen. Doch schon ersteres dürfte alles andere als ein leichtes Unterfangen werden, trifft Arnreit doch am letzten Spieltag auswärts auf Reichenthal. Auch wenn die Urfahraner als Tabellenvorletzter bereits als Fixabsteiger feststehen, sind sie alle Mal - oder gerade deswegen - ein ernstzunehmender und unangenehmer Gegner. So bedarf es einmal mehr vollster Konzentration und einer kompakten Mannschaftsleistung der Mannen in orange-schwarz, um die angestrebten drei Punkte mit ins Mühlviertel zu nehmen. Drei Punkte, die Voraussetzung sind, um im Fernduell um den Meistertitel, in dem auch Peilstein und Oepping noch Chancen haben, den letzten Funken Hoffnung am Leben zu erhalten. Gespielt wird am kommenden Wochenende aufgrund der anfallenden Entscheidungen erst am Sonntag, 10. Juni, angestoßen wird um 15:00 Uhr (1b) bzw. um 17:00 Uhr (KM) in Reichenthal.

Achtung: Es wird auch dieses Mal wieder die Möglichkeit geben, gemeinsam im Fanbus anzureisen. Der Bus fährt um 15:20 Uhr in Etzerreit beim Gasthaus Stöbich ab, weitere Einstiegsmöglichkeiten sind Arnreit Ort (15:25 Uhr) und Liebenstein (15:30 Uhr). Zurückgefahren wird ca. dreißig Minuten nach Spielende. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf €4,- für Erwachsene, Kinder fahren frei!

Reserve: Arnreit - Gramastetten 3:2 (2:0)

Auch für Arnreits Reservemannschaft gab es im letzten Heimspiel der Saison Grund zum Jubeln, und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Nicht nur dass man mit einem 3:2 gegen einen starken Gegner aus Gramastetten den zwölften Saisonsieg einfahren konnte, auch der dritte Tabellenplatz konnte mit dem Heimdreier unter Dach und Fach gebracht werden, beträgt der Vorsprung auf den nächsten Verfolger Walding doch vier Punkte, bei einem deutlich besseren Torverhältnis zu Gunsten der Mühlviertler. Die Elf von Trainer Clemens Flandorfer bot gegen den Tabellensechsten von Beginn weg eine konzentrierte Leistung, die mit einer 2:0-Führung zur Halbzeit auch belohnt wurde. Der auffällige David Leitner (30.) sowie Jan Hofer (44.), der nach idealer Vorarbeit von Leitner seinen 19. Saisontreffer erzielen konnte, zeichneten für die beiden Arnreiter Treffer verantwortlich. Als Alexander Engleder kurz nach Wiederbeginn aus kurzer Distanz zum 3:0 abstaubt (54.) scheint bereits eine kleine Vorentscheidung gefallen zu sein. Bemerkenswert: Gramastetten steckt trotz des Drei-Tore-Rückstandes zu keinem Zeitpunkt auf, und kommt in Minute 66 durch einen Treffer von Gerald Hanner zum 3:1 Anschlusstreffer. Spätestens nach dem 3:2 durch Benjamin Hofer in der 73. Spielminute ist aus Arnreiter Sicht Feuer am Dach, muss der Tabellendritte in der Schlussphase noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um den Vorsprung ins Ziel zu retten. Ein Vorhaben, dass Kapitän Manuel Altenhofer und Co. letztlich auch in die Tat umsetzen, und sich so bereits eine Runde vor Schluss den erhofften Stockerlplatz sichern. Nichtsdestotrotz gehen die Orange-Schwarzen voll fokusiert in das letzte Spiel der Saison, in dem man auswärts mit Reichenthal abermals auf einen Tabellenmittelständer trifft, und in dem man noch einmal eine ordentliche Leistung auf den Platz bringen möchte, um eine letztlich durchaus erfolgreiche Spielzeit auch standesgemäß zu beenden. Auch wenn es aus tabellarischer Sicht um nicht mehr allzu viel geht, so sorgt das Duell der Goalgetter auf beiden Seiten für höchste Brisanz, haben doch sowohl Arnreits Jan Hofer als auch Reichenthals Matthias Haiböck 19 Saisontore auf ihrem Konto, und damit beste Chancen, sich die Torjägerkanone zu sichern.



Bericht des oö. Fußballverbandes




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