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  • AutorenbildManuel Lindorfer

Ein Satz mit X

Einen Abend zu vergessen erlebten die Orange-Schwarzen bei ihrem gestrigen Gastspiel in Wartberg ob der Aist. Gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner mussten sich die Mannen von Trainer Gerhard Ecker nach neunzig Minuten mit einem auch in dieser Höhe verdienten 4:1 geschlagen geben.


So hat man sich das Gastspiel in Wartberg aus orange-schwarzer Sicht sicher nicht vorgestellt. Eine Woche nach der bitteren Derbyniederlage gegen Julbach mussten Kapitän Manfred Gahleitner und Co. die weite Anreise in den Bezirk Freistadt auf sich nehmen, wo mit der Proleta-Elf eine Mannschaft wartete, die erst am vergangenen Wochenende erstmals in dieser Spielzeit voll anschreiben konnte und damit vor Selbstvertrauen nur so strotzte. Während die Hausherren nach dem ersten Saisonsieg vor heimischem Publikum nachlegen wollten, waren auch die Orange-Schwarzen bestrebt, nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden.


Ab dem Anpfiff von Schiedsrichter Ladislav Turic, der gemeinsam mit seinen Assistenten Aladin Midzic und Jonas Lehmann ein souveräne Leistung ablieferte, bekamen die knapp 275 Zuseher im Wartberger Aiststadion eine wie aufgedreht wirkende Heimelf zu sehen. Mit schnörkellosem und zielgerichteten Spiel über die beiden Außen zeigte die Proleta-Elf von Beginn weg, wohin die Reise gehen sollte. Die Gäste bekamen insbesondere zu Beginn kaum Zugriff auf die gegnerischen Flügelspieler, die mit ihren Hereingaben ihrerseits jedoch vorerst noch keinen Abnehmer fanden. Nach sieben Minuten kann sich Gästegoalie Dominik Neumüller erstmals auszeichnen, als er einen Himmelbauer-Schuss aus kurzer Distanz parieren kann. Nur zehn Minuten später ist Arnreits Schlussmann dann aber geschlagen. Nach einem Eckball der Orange-Schwarzen rollt der Wartberger Express in Richtung Gästetor, wo nach wenigen Ballstationen das Spielgerät letztlich bei Justin Himmelbauer landet, der verkehrt zum Tor stehend aus der Drehung abzieht und den Weg durch die Beine des chancenlosen Torwarts findet (17.). Die Führung ist zu diesem Zeitpunkt bereits durchaus verdient, auch weil die Gäste kaum Zugriff finden und in den wenigen Zweikämpfen darüber hinaus oft nur zweiter Sieger sind. Nach und nach kämpft sich die Ecker-Elf aber etwas besser hinein in dieses Spiel und wird mit zwei Grubhofer-Hereingaben und einem Simader-Kopfball, der letztlich zu unplatziert ausfällt, selber erstmals vor dem gegnerischen Kasten vorstellig. Wartberg hat zwar weiterhin mehr vom Spiel, verabsäumt es jedoch in dieser Phase, daraus Kapital zu schlagen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Turic muss sich Arnreits Dominik Neumüller noch einmal gehörig strecken, um einen wuchtigen Wögerer-Schuss zu entschärfen. Somit bleibt es bei einer knappen Führung für die Hausherren, mit der es wenig später für beide Mannschaften in die Kabinen geht. Für die zweite Halbzeit hatte man sich im Lager der orange-schwarzen dann einiges vorgenommen, einzig die Hausherren wollten da nicht so recht mitspielen. Nach einer Ecke bringt Kapitän Florian Dollhäubl den Ball im zweiten Anlauf zur Mitte, wo Florian Wagner höher springt als sein Gegenspieler und überlegt entgegen der Laufrichtung des Torwarts zum 2:0 einnickt (51.). Dieser zweite Treffer nimmt den Gästen im wahrsten Sinn des Wortes den Wind aus den Segeln, und auch wenn man der Ecker-Elf in weiterer Folge das Bemühen keinesfalls absprechen kann, so kippte das Spiel langsam aber sicher ein die - aus Gästesicht - falsche Richtung. Nur drei Minuten nach dem Treffer zum 2:0 steht abermals Wartbergs Florian Wagner im Mittelpunkt, dessen missglückte Flanke immer länger und länger wird und sich um ein Haar ins rechte Kreuzeckt senkt, hätte da nicht ein gut antizipierender Arnreiter Schlussmann seine Finger im Spiel gehabt. Mit der Einwechselung von Christoph Kasbauer nach einer guten Stunde nimmt das Wartberger Spiel weiter Fahrt auf. Zuerst scheitert die Nummer zehn der Gastgeber nach gefühlvoller Himmelbauer-Hereingabe nur am rechten Pfosten, wenige Minuten später findet er in Gästegoalie Neumüller seinen Meister. Von den Orange-Schwarzen kommt in Halbzeit zwei bis dato wenig Nennenswertes, erlebt Wartbergs Schlussmann Mario Hofer bislang einen ruhigen Arbeitstag. Waren die Hausherren bislang ein ums andere Mal an einem dritten Treffer vorbeigeschrammt, war es nach 73 Minuten soweit. Nach einem missglückten Befreiungsversuch findet der Ball irgendwie den Weg vor die Füße von Justin Himmelbauer, der aus kürzester Distanz das Spielgerät nur über die Linie drücken muss. Damit war zweifelsohne einer Vorentscheidung gefallen, auch wenn die Gäste praktisch im Gegenzug ihrerseits erstmals ihre Visitenkarte im gegnerischen Tor abgeben konnten. Nach einem Ballgewinn schalten die Orange-Schwarzen schnell über die rechte Seite um, wo Thomas Grubhofer mit einer scharfen Hereingabe den in der Mitte lauernden Kevin Aiglstorfer findet, der mit einem artistischen Flugkopfball auf 1:3 verkürzt (76.). Jene Zuseher, die nun auf eine furiose Schlussoffensive hofften, wurden nur eine Zeigerumdrehung später bitter enttäuscht. Ein weiter Ball wird von Christoph Kasbauer per Kopf auf Justin Himmelbauer verlängert, der der Arnreiter Hintermannschaft entwischt und mit seinem dritten Treffer an diesem Abend zweifelsohne zum Mann des Spiel avanciert (77.). Die Messe war damit gelesen, die letzten Offensivaktionen gehörten dann aber noch den Gästen, die in den Schlussminuten alles nach vorne warfen. Zuerst landet eine abgefälschte Mauracher-Flanke an der Querlatte, wenig später wird Kevin Aiglstorfer vom eingewechselten Jan Hofer toll in Szene gesetzt, setzt seinen Abschluss jedoch links am Wartberger Kasten vorbei. Nach 92 Minuten hat Schiedsrichter Turic dann ein Einsehen und setzt einen Schlusspunkt unter einen aus Gästesicht rundum gebrauchten Abend.


Am Ende muss man - leider, aus Arnreiter Sicht - ohne Zweifel von einer auch in dieser Höhe verdienten Niederlage sprechen. Die Mannschaft aus Wartberg war am gestrigen Abend in beinahe allen Belangen überlegen - sie war handlungsschneller, verfolgte spielerisch einen klaren Plan und spielte mit ihrem Flügelspiel die Gäste phasenweise richtiggehend schwindelig. Dazu kommt, dass die Mannschaft von Trainer Gerhard Ecker gestern selbst auch nicht den besten Tag erwischte, wodurch am Ende ein Ergebnis wie eben jenes, dass die treuen Anhänger der Orange-Schwarzen zu sehen bekamen, zustande kommt. Ein Spiel, das es aus Arnreiter Sicht schnellstmöglich abzuhaken gilt, stehen doch aktuell ganz schwierige Aufgaben bevor: Mit den Duellen mit Oepping, Lembach und Hofkirchen stehen in den kommenden Wochen nicht weniger als drei Derbys in Folge auf dem Programm. Zum Auftakt dieser Derbywochen sind die Orange-Schwarzen am kommenden Sonntag in Oepping zu Gast, wo mit der Beham-Elf ein äußerst unangenehmer Gegner wartet.


Bezirksliga Nord, Runde 7

Steinprofis Oepping vs. Union M-TEC Arnreit

Sonntag, 1. Oktober

13:45 Uhr (1b) | 16:00 Uhr

Sportpark Oepping



Reserve: Wartberg/Aist - Arnreit 2:1 (1:0)


Ebenfalls ohne Punkte die Heimreise musste Arnreits Reservemannschaft. Die Elf von Trainer Georg Lindorfer bot gegen die favorisierten Hausherren zwar eine durchaus ansprechende Leistung, machte sich aber insbesondere in der ersten Spielhälfte durch das Liegenlassen mitunter sehr aussichtsreicher Einschussmöglichkeiten das Leben selber schwer. Anstelle selbst in Führung zu gehen lagen die Orange-Schwarzen nach einem Kopfballtreffer von Alexander Lindmeir in der 38. Spielminute zur Halbzeitpause sogar zurück. In zweiten Spielabschnitt bewiesen die Gäste aus dem oberen Mühlviertel jedoch einmal mehr Moral und kamen nach 72 Minuten durch Jan Hofer zum verdienten Ausgleich. Das letzte Wort war damit an diesem Abend allerdings noch nicht gesprochen, denn in der 90. Spielminute gelang den Gastgebern in Person des eingewechselten Alexander Berger der aus Arnreiter Sicht vermeidbare Lucky-Punch, der letztlich die drei Punkte für Wartberg eintütete. Auch wenn die Niederlage aus Sicht der Gäste nicht zuletzt aufgrund des Spielverlaufs etwas schmerzt, kann auf die gebotene Leistung durchaus aufgebaut werden. Bereits nächste Woche hat man beim Gastspiel in Oepping, wo zweifelsohne ein Gegner auf Augenhöhe wartet, die nächste Chance auf einen Punktezuwachs.


 


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