• Manuel Lindorfer

Saisonrückblick 2016/17

Die Saison 2016/17 ist Geschichte – Zeit also, einen Blick zurück auf das vergangene Fußballjahr zu werfen. Ein Jahr, das aus Arnreiter Sicht fast nicht hätte besser laufen können. Galt zu Saisonbeginn noch der Klassenerhalt als oberste Prämisse, so mussten die orange-schwarzen Ziele nach einem holprigen Start spätestens nach Abschluss der Hinrunde nach oben korrigiert werden. Am Ende absolvierte der Aufsteiger die bislang erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte, die um ein Haar im Durchmarsch in die Bezirksliga gegipfelt hätte, und die am Ende mit dem Vizemeistertitel in der 1. Klasse Nord einen würdigen Abschluss fand.


Gerade einmal zwei Spielzeiten ist es her, als die Mannschaft rund um Kapitän Manfred Gahleitner unter der Feder von Coach Herbert Zach, der in der Winterpause das Trainerszepter übernommen hatte, trotz ansprechender Leistungen im Frühjahr nach sechs Jahren Erstklassigkeit den Gang in die zweite Klasse antreten musste. Zu groß war der Rückstand, den man in einem wahren Seuchenherbst aufgerissen hatte, wenngleich es am Ende denkbar knapp wurde, die Aufholjagd beinahe noch geglückt wäre. Mit dem großen Ziel, den sofortigen Wiederaufstieg zu meistern – ganz unabhängig von der Tatsache, wie schwierig ein derartiges Unterfangen sein würde – startete der Absteiger in die Saison 2015/16 in der 2. Klasse Nordwest, und schnell war klar, dass die Orange-Schwarzen ein kräftiges Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden haben würden. Mit rekordverdächtigen 63 Punkten gelang es der Zach-Elf letzten Endes eindrucksvoll, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, und nach nur einem Jahr Abstinenz in die 1. Klasse Nord zurückzukehren. Nach einer intensiven Vorbereitung starteten Manfred Gahleitner und Co. am 21. August 2016 mit einem Kracher gegen den Vorjahresvizemeister Eidenberg/Geng in die Saison 2016/17. Der Rest – wie sagt man so schön – ist Geschichte. Lasst uns gemeinsam die vergangenen zehn Monate Revue passieren.

Die wilden Anfänge

Das erste Saisonspiel gegen die spielstarken Urfahraner sollte für die Orange-Schwarzen eine erste Standortbestimmung nach einer recht ansprechenden Sommervorbereitung werden. Mit jeder Menge Selbstvertrauen startete der Aufsteiger vor heimischem Publikum dann auch perfekt in die neue Spielzeit, bereits nach wenigen Sekunden lag man durch einen Treffer von Kevin Aiglstorfer früh mit 1:0 in Führung. Trotz des vielversprechenden Auftakts standen die Gastgeber nach neunzig absolvierten Minuten mit leeren Händen da, mit einem 1:5 wurde man gleich zu Beginn der neuen Saison unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Umso bemerkenswerter, dass sich die Elf von Trainer Herbert Zach durch diesen Dämpfer keineswegs aus dem Konzept bringen ließ, und in den darauffolgenden beiden Runden in Oepping und Sarleinsbach, das vor toller Kulisse in einem rasanten Spiel mit 4:2 geschlagen werden konnte, gleich vier Punkte einheimste. Was dann am darauffolgenden Freitagabend im St. Martiner Aubachstadion passieren sollte, dürfte wohl als eine der schwärzesten Stunden in die jüngere Arnreiter Vereinsgeschichte eingehen. Bei der 2:7-Watsche bei den Fohlen des OÖ-Ligisten schien sich der Fußballgott persönlich gegen die Orange-Schwarzen verschworen zu haben, schoss sich der Aufsteiger mit drei Eigentoren mehr oder minder selbst K.O. Der 1:0-Zittersieg gegen Tabellennachbar Klaffer eine Woche später komplettierte die wilden Formschwankungen, die die Zach-Elf in der Anfangsphase dieser Spielzeit durchmachte. Dem zweiten Saisonsieg ließ man binnen Wochenfrist dann aber auch gleich den dritten folgen: Mit einem 2:1 in Schenkenfelden konnte man zumindest vorerst auf Tabellenplatz sechs, und damit weg von der Abstiegszone klettern.

Starkes Herbstfinish

Langsam aber sicher schien sich die Mannschaft in der „neuen“ Liga zu akklimatisieren, wenngleich sie am siebenten Spieltag trotz der spielerisch bislang stärksten Performance der Saison mit einem 3:1 in Kollerschlag die bereits dritte Niederlage beziehen musste. Dass diese Niederlage die letzte für einen relativ langen Zeitraum sein sollte, das konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Vorerst galt es den drohenden Rückfall in die Abstiegsränge verhindern, und das gelang dem Aufsteiger in der achten Runde Dank eines 3:1-Heimerfolgs gegen Titelanwärter Aigen-Schlägl mit Bravour. Dem Sieg gegen die Beham-Elf ließ der Aufsteiger jeweils knappe Siege gegen Neustift/O. und Peilstein folgen, ehe man sich nach einem spektakulären 4:3 in St. Stefan bis auf den dritten Tabellenplatz vorarbeiten konnte. Mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Eidenberg/Geng gingen die Orange-Schwarzen in die letzten beiden Spiele der Hinrunde, aus denen man mit einem 1:0 gegen spielstarke Aschacher und einem eindrucksvollen 4:1 in Walding ebenfalls das Punktemaximum holen konnte. Nach Abschluss des Herbstdurchgangs durfte man im Lager des Aufsteigers somit durchwegs positiv Bilanz ziehen. Mit 28 Zählern überwinterte man nicht nur als erster Verfolger von Herbstmeister Eidenberg, mit gleich sechs vollen Erfolgen in Serie konnte überdies das Abstiegsgespenst bereits zur Halbzeit der Saison weitestgehend aus Arnreit vertrieben werden.

Solider Start in die Rückrunde

Nach einer mehrwöchigen Wintervorbereitung, die mit einem viertägigen Trainingslager im steirischen Schielleiten einen gewohnt gelungenen Ausklang fand, fieberte man dem Frühjahrsauftakt Mitte März entgegen. Der Start in die Rückrunde sollte gleich mit einem echten Gipfeltreffen aufwarten: Der Tabellenzweite aus Arnreit zu Gast beim Tabellenführer in Eidenberg. Leider wurde nichts aus dem mit Spannung erwarteten Spitzenspiel, welches – wie ein Großteil der Spiele in ganz Oberösterreich – dem anhaltenden Schlechtwetter zum Opfer fiel. So fiel der Startschuss in die zweite Saisonhälfte für viele Vereine mit einwöchiger Verspätung. Das galt auch für die Orange-Schwarzen, die mit einem 2:1-Heimerfolg gegen Oepping relativ gut aus den Startlöchern kamen, eine Woche später mit einem Last-Minute-Treffer im Derby gegen Sarleinsbach immerhin einen Punkt mit nach Hause nehmen konnten. Mit einem furiosen 5:1-Sieg gegen völlig überforderte St. Martiner gelang dem Aufsteiger dann nicht nur eine mehr als geglückte Revanche für die herbe Pleite im Herbst, sondern auch der erstmalige Sprung auf Tabellenplatz eins, den Eidenberg nach nur zwei Punkten aus den ersten drei Runden vorerst räumen musste. Es sollte dies jedoch nur eine kurze Bestandsaufnahme sein, denn bereits am nächsten Spieltag wurden die Plätze wieder getauscht. Den Ausrutscher der Zach-Elf in Klaffer, wo man nach schwacher Leistung mit 0:2 verlor, nutzten die Urfahraner, um ihrerseits mit einem 3:1 gegen Schlusslicht St. Stefan wieder vorbeizuziehen. Der Kampf um die Tabellenführung spitzte sich in den darauffolgenden beiden Wochen weiter zu, nach einem 1:0 gegen Schenkenfelden und einem starken 7:1 gegen im Frühjahr unter ferner liefen agierende Kollerschläger hatte der Aufsteiger nach Abschluss der 20. Runde zumindest vorerst die Nase vorne. Mittlerweile war der Kampf um den Aufstieg zu einem regelrechten Dreikampf entbrannt, in dem neben der Zach-Elf auch Eidenberg sowie der Drittplatzierte Aigen-Schlägl um den Meistertitel wetteiferten.

Spitzenspiel bringt Wende

Die 21. Runde hätte dann schon eine kleine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen bringen können. Im Schlager der Runde trafen die Orange-Schwarzen auswärts auf die Beham-Elf aus Aigen-Schlägl, und das Spitzenspiel sollte seinen Erwartungen durchaus gerecht werden, auch wenn dieses aus Sicht des Aufsteigers einen denkbar ungünstigen Verlauf nehmen sollte. Trotz eines deutlichen Chancenplus lag die Zach-Elf zur Pause mit 1:0 zurück – ein Rückstand, den man auch im zweiten Spielabschnitt nicht umdrehen, geschweige denn egalisieren konnte, zumal der Wettergott sein übriges tat, und den Pöschl-Park (für beide Mannschaften) nahezu unbespielbar machte. Die Chance, zumindest einen Konkurrenten weitestgehend aus dem Titelrennen zu werfen war damit und dahin, und der Kampf um den Meistertitel wurde mehr und mehr zu einem echten Krimi. Ein Krimi, in dem Aigen-Schlägl, das nun so richtig Blut geleckt hatte, kaum mehr Federn lassen sollte, und in dem sowohl die zu diesem Zeitpunkt noch führenden Eidenberger als auch die Orange-Schwarzen ein ums andere Mal strauchelten. Letzteren wurde im letzten Saisondrittel insbesondere eine eklatante Abschlussschwäche zum Verhängnis, die sich letztlich leider auch in den Ergebnissen niederschlagen sollte. Einem 1:1 zuhause gegen Neustift folgte ein etwas glückliches, wenngleich ebenso verdientes 2:2 in Peilstein, ehe es für die Elf von Trainer Herbert Zach zu Christi Himmelfahrt zum Nachtragsspiel nach Eidenberg ging.

Ende gut, alles gut

Für beide Mannschaften stand bei diesem Kräftemessen jede Menge auf dem Spiel, sollte sich doch nur der Sieger dieser Begegnung realistische Chancen ausrechnen können, der mittlerweile um fünf Zähler enteilten Beham-Elf den Meistertitel noch streitig zu machen. Am Ende einer ob dieser Voraussetzungen recht fairen Begegnung sollte jedoch keine der beiden Seiten Grund zum Jubeln haben. Das 1:1-Unentschieden, bei dem die Gäste in der Schlussphase gleich mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt ließen, half letztlich keiner der beiden Mannschaften weiter, sondern spielte nur dem lachenden Dritten Aigen-Schlägl in die Karten, dem damit der Meistertitel und die damit verbundene Rückkehr in die Bezirksliga kaum mehr zu nehmen war. Zwar konnte die Zach-Elf mit einem souveränen 4:0 gegen den bereits feststehenden Absteiger aus St. Stefan die Entscheidung im Kampf um den Meistertitel noch einmal vertagen, spätestens nach dem torlosen Remis in Aschach/D. und dem gleichzeitigen Umfaller Eidenbergs gegen Klaffer waren die Würfel jedoch gefallen, stand die Beham-Elf bereits vorzeitig als Meister fest. Zum Abschluss der Saison konnten Kapitän Manfred Gahleitner und Co. vor heimischem Publikum somit noch einmal völlig befreit aufspielen – ein Umstand, den der Tabellenelfte Walding leidvoll zur Kenntnis nehmen musste. Mit einem 5:1 gegen die Urfahraner gelang dem Aufsteiger ein versöhnlicher Saisonabschluss, als Draufgabe durfte nach Spielende aufgrund eines Last-Minute-Treffers von Schenkenfelden gegen Eidenberg sogar der Vizemeistertitel bejubelt werden. So darf man, auch wenn es am Ende nicht zum „ganz großen Wurf“ gereicht hat, ein Jahr nach dem „Rekordmeistertitel“ getrost von der bislang erfolgreichsten Saison in der orange-schwarzen Vereinshistorie sprechen.

Zahlen, Daten, Fakten

Doch nicht nur der hervorragende zweite Platz, den die Mannschaft in der Aufstiegssaison erringen konnte, macht Hoffnung auf mehr. Nach Ende einer tollen Saison gibt es im Arnreiter Lager gleich eine ganze Reihe anderer Gründe, auf die man zweifelsohne mit Stolz zurückblicken darf. Insbesondere die Leistungen im Frühjahr, in dem sich die Truppe von Trainer Herbert Zach merklich stabilisierte, vor allem was die Anzahl an Gegentreffern anbelangt, gilt es hervorzuheben. Mit lediglich 13 Gegentoren stellt man im zweiten Saisonabschnitt nicht nur die beste Defensive der Liga, und konnte damit den Wert aus der Hinrunde halbieren, mit gleich 30 Volltreffern traf überdies nur eine Mannschaft – nämlich Sarleinsbach (32) – öfter ins Schwarze. Dabei erwies sich der Aufsteiger ein ums andere Mal als echter Schnellstarter: Gleich zehn Mal durfte man sich über einen Treffer innerhalb der ersten zehn Spielminuten freuen. Besonders oft Grund zur Freude gab es dabei vor heimischem Publikum, wo Manfred Gahleitner und Co. nicht weniger als 34 Punkte in dreizehn Spielen holten, den Platz nur einmal als Verlierer räumen mussten – das ist Ligaspitzenwert. Einen großen Anteil an den tollen Erfolgen hatte mit Kevin Aiglstorfer einmal mehr Arnreits Goalgetter vom Dienst. Nach den herausragenden 35 Treffern, mit denen er seine Mannschaft im Vorjahr zum Meistertitel in der 2. Klasse Nordwest schoss, stellte die Nummer neun des Aufsteigers auch eine Etage höher seine Torjägerqualitäten unter Beweis. Mit 26 Toren zeichnete er nicht nur für knapp die Hälfte aller Arnreiter Tore verantwortlich, seine persönliche Bestmarke in der 1. Klasse sicherte ihm überdies auch die Torjägerkrone der Saison 2016/17. Bemerkenswert: Mit Ausnahme der Union Klaffer traf der beste Angreifer der Liga gegen jedes andere Team in der 1. Klasse Nord mindestens einmal. Auch in einer weiteren Statistik hat die Zach-Elf nach 26 Spielen die Nase vorne. Zum bereits fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren sicherte sich eine Arnreiter Auswahl den Fairness-Preis der Liga – das ist nicht nur einzigartig in ganz Oberösterreich, sondern auch ein Zeichen dafür, dass sportliche Fairness im Lager der Orange-Schwarzen groß geschrieben wird, und deshalb ganz besonders hervorzuheben.

Danke, danke, danke!

Abschließend bleibt eigentlich nur mehr eines zu sagen: Danke! Danke an die zahlreichen treuen Zuseher, die die Mannschaft Woche für Woche auch auf ihren Auswärtsfahrten begleiten, und die auch zu der Mannschaft stehen, wenn es mal nicht so rund läuft. Ein großer Dank gebührt auch den zahlreichen HelferInnen, angefangen vom Kantinen- und Grillpersonal rund um Theresia Seltenhofer, Alois Altenhofer und Hermann Gierlinger, bis hin zu Platzwart Johann Pürmayr sowie die zahlreichen Hilfsschiedsrichter und all die helfenden Hände vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf des Spielbetriebs sorgen. Ohne euren unermüdlichen Einsatz würde es schlicht und einfach nicht gehen.



Tolle Zuschauerkulisse: Insbesondere die Derbys gegen Sarleinsbach sind stehts wahre Zuschauermagnete
Das gegenseitige Einschwören ist mittlerweile ein fixes Ritual vor jedem Spiel
Kevin Aiglstorfer war einmal mehr der Arnreiter Torgarant, und von seinen Gegnern oft nicht zu halten

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