• Manuel Lindorfer

Bittere Niederlage gegen Vorderweißenbach

Die zweite Niederlage in der laufenden Meisterschaft mussten die Orange-Schwarzen am vergangenen Sonntag zuhause gegen Vorderweißenbach zur Kenntnis nehmen. Eine Niederlage, die aus Arnreiter Sicht umso mehr schmerzt, gab die Dollhäubl-Elf doch eine zwischenzeitliche 3:0-Führung noch aus der Hand.


In der zehnten Meisterschaftsrunde gastierte erstmals in der Vereinsgeschichte eine Mannschaft aus Vorderweißenbach in Arnreit. Die Prihoda-Elf war desaströs in die neue Spielzeit gestartet, kam zuletzt allerdings immer besser in Form und brachte unter anderem die beiden Spitzenteams aus Lembach und Freistadt an den Rand einer Niederlage. Doch auch die Hausherren wussten in den letzten Wochen durchaus zu gefallen, erst am vergangenen Spieltag knöpfte man Spitzenreiter Julbach in einem intensiven geführten Derby einen Punkt ab. Nach zwei Unentschieden in Folge wollten die Orange-Schwarzen zuhause nun aber wieder einmal voll anschreiben, wenngleich man sich sehr wohl im Klaren darüber war, dass dieses Unterfangen gegen die bekannt spielstarken Schmankerldorfkicker kein einfaches werden würde.


Das Spiel begann dann auch gleich mit einem echten Weckruf für die Hausherren, denn bereits nach wenigen Sekunden taucht Vorderweißenbachs Pavel Svoboda erstmals vor dem Kasten der Heimischen auf, findet jedoch in Goalie Christian Zoidl, der seine Mannschaft vor einem allzu frühen Rückstand bewahrt, seinen Meister. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind dann aber auch die Orange-Schwarzen endgültig in diesem Spiel angekommen, und sie sollten in den darauffolgenden Minuten einen echten Traumstart hinlegen. Gerade einmal acht Minuten sind gespielt, als der Ball zum ersten Mal an diesem Nachmittag im Vorderweißenbacher Kasten einschlägt. Ein strammer Schuss des mitaufgerückten Dominik Kneidinger aus gut zwanzig Metern senkt sich unhaltbar für Gästegoalie Birngruber ins linke Eck. Die Gäste lassen sich durch den frühen Gegentreffer und das offensive Forechecking der Hausherren, das kaum einen kontrollierten Spielaufbau zulässt, sichtlich etwas aus dem Konzept bringen. Und es sollte aus Sicht der Prihoda-Elf in der Anfangsphase noch dicker kommen, denn die Orange-Schwarzen schlagen auch aus den nächsten beiden Angriffen gnadenlos Kapital. So ist es zuerst Jonas Mittermayr, der nach einem schnell vorgetragenen Angriff über rechts und einer Hereingabe von Thomas Grubhofer aus kurzer Distanz auf 2:0 erhöht (14.), wenige Minuten später wird Paul Hackl nach einem weiten Einwurf von Vorderweißenbachs Hintermannschaft sträflich alleine gelassen und sorgt mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für das frühe 3:0 (23.). Für die Gastgeber zweifelsohne ein Auftakt nach Maß, doch wer nun glaubte, dass sich die Gäste ob des deutlichen Rückstandes bereits vorzeitig geschlagen geben würden, der irrte. Ganz im Gegenteil: Nur sechs Minuten nach dem 0:3 gelingt den Gästen beinahe postwendend der Anschlusstreffer. Nach einem gefühlvollen Heber in den Rücken der Abwehr von Josef Prihoda entwischt sein tschechischer Landsmann Pavel Svoboda seinem Bewacher und schiebt alleine vor Goalie Zoidl überlegt in die linke Ecke ein (29.). Ab diesem Treffer kippt das Spielgeschehen langsam aber sicher zu Gunsten der Gäste. Die Hausherren lassen sich etwas weiter fallen um dem numerischen Übergewicht Vorderweißenbachs im zentralen Mittelfeld Herr zu werden, wodurch die Schmankerldorfkicker zusehends mehr Ordnung in ihren Spielaufbau bringen und so ihre Schlüsselspieler immer besser in Szene setzen können. Trotz allem schrammen die Hausherren gut zehn Minuten vor dem Seitenwechsel nur knapp an einem weiteren Treffer vorbei, als Paul Hackl nach einer schönen Einzelaktion aufs kurze Eck abzieht, Goalie Birngruber aber auf dem Posten ist. Praktisch mit dem Pausenpfiff gelingt den Gästen dann aber sogar noch der Treffer zum 3:2, und das zum aus Arnreiter Sicht denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltet Vorderweißenbach schnell über die rechte Seite um, die Hereingabe von Schwarzinger landet direkt vor den Füßen von Wendelin Anton Wolfmayr, der sich die Kugel noch einmal mitnimmt und dessen Schuss zu allem Überdruss auch noch von einem Abwehrspieler abgefälscht wird und so den Weg ins lange Eck findet (45.). Direkt im Anschluss beendet Schiedsrichter Mag. Philip Reitinger eine ereignisreiche erste Spielhälfte, nach der es für beide Mannschaften zum Durchschnaufen in die Kabinen geht.


In Halbzeit zwei ist den Hausherren deutlich anzumerken, dass der Vorderweißenbacher Anschlusstreffer so kurz vor der Pause seine Spuren hinterlassen hat. Arnreit agiert in Halbzeit zwei über weite Strecken fahrig und hektisch im Spiel nach vorne, und defensiv schleichen sich immer wieder Unsicherheiten ein. Während die Orange-Schwarzen in Person von Thomas Grubhofer, dessen Abschluss nach einem Durchbruch auf der rechten Seite etwas zu zentral ausfällt, für die erste Strafraumaktion im zweiten Durchgang sorgen, übernehmen mit fortlaufender Spieldauer die Gäste immer mehr das Kommando. Insbesondere das hochkarätig besetzte Mittelfeld rund um Spielmacher Josef Prihoda kommt immer mehr in Spiellaune und findet ein ums andere Mal spielerische Lösungen, um Arnreits Hintermannschaft zu überspielen. Während es zu Beginn von Halbzeit zwei für Goalie Christian Zoidl noch nicht wirklich brenzlig wird, nutzen die Gäste in der 63. Spielminute eine Standardsituation, um sich endgültig wieder zurück ins Spiel zu bringen. Eine kurz abgespielte Ecke wird vom einlaufenden Adrian Gregus aus halbrechter Position direkt übernommen, der Ball daraufhin von einem Abwehrspieler abgefälscht und so unerreichbar für Arnreits Schlussmann. Der Spielstand damit wieder ausgeglichen, das Momentum zu diesem Zeitpunkt allerdings klar auf Seiten der Gäste. Während es den Gastgebern in den letzten dreißig Minuten kaum mehr gelingt, für Entlastung zu sorgen, sorgen Vorderweißenbachs Offensivakteure immer wieder für Gefahrenmomente. So scheitert etwas Pavel Svoboda nach einem Stellungsfehler in Arnreits Hintermannschaft aus halbrechter Position am gut reagierenden Christian Zoidl. Die Orange-Schwarzen, fortan darauf bedacht, das Unentschieden irgendwie über die Zeit zu retten, halten so ihren Kasten bis auf Weiteres sauber. In Minute 84. ist es dann aber soweit. Nach einem schnell abgespielten Freistoß ist Arnreits Abwehr völlig unsortiert, die darauf folgende Flanke aus dem Halbfeld wird zur perfekten Vorlage für den im Rücken der Abwehr lauernden Florian Schwarzinger, der mit Köpfchen die Führung für die Gäste erzielt. Eine Führung, die nur mehr einmal in Gefahr gerät, als Patrick Aiglstorfer nach einer Grubhofer-Hereingabe den Ball nicht sauber erwischt und ihn so nicht in Richtung des Birngruber-Kastens befördern kann. So aber bleibt es bei der knappen Führung für die Gäste aus Vorderweißenbach, die einen raschen und vermeintlich aussichtslosen Rückstand gegen eine insbesondere im zweiten Spielabschnitt leicht überforderte Arnreiter Mannschaft noch in einen Sieg verwandeln konnten.


Am Ende muss man trotz der zwischenzeitlich komfortabel anmutenden Führung aus Arnreiter Sicht wohl oder übel von einer nicht unverdienten Niederlage sprechen. Spätestens ab dem Vorderweißenbacher Anschlusstreffer verloren die Hausherren mehr und mehr den Zugriff auf das Spiel, insbesondere im zweiten Spielabschnitt waren die Gäste die klar tonangebende Mannschaft. Die Dollhäubl-Elf indes agierte in Halbzeit zwei oftmals zu hektisch im Spiel nach vorne, und auch defensiv hatte man phasenweise große Probleme in der Zuordnung. Auch wenn die zweite Saisonniederlage nicht zuletzt aufgrund des dramatischen Spielverlaufs im ersten Moment natürlich schmerzt, Beinbruch ist sie auf keinen Fall. Für Kapitän Manfred Gahleitner und Co. gilt es nun schnellstmöglich die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen und dann den Fokus auf die drei noch verbleibenden Spiele in der Hinrunde zu richten. Bereits am kommenden Wochenende wartet nämlich die nächste Bewährungsprobe auf die Orange-Schwarzen, wenn man auswärts auf den formstarken Tabellennachbarn aus Putzleinsdorf trifft. Die Mujkanovic-Elf zählt in dieser Spielzeit wohl zu den spielstärksten Mannschaften der Liga, ein Beleg dafür ist der souveräne 3:0-Auswärtserfolg bei Titelaspirant Freistadt am vergangenen Spieltag. Die M-TEC-Jungs werden bei den "Putzis" wohl eine Topleistung abrufen müssen, um etwas Zählbares mit nach Hause nehmen zu können. Die Mannschaft hofft bei ihrem Gastspiel in Putzleinsdorf natürlich wieder auf tatkräftige Unterstützung!



Bezirksliga Nord, Runde 11

DSG Union Putzleinsdorf vs. Union M-TEC Arnreit

Samstag, 23. Oktober

15:00 Uhr (1b) | 17:00 Uhr

Sportzentrum Putzleinsdorf



Reserve: Arnreit - Vorderweißenbach 1:1 (1:1)


Zum dritten Mal anschreiben konnte Arnreits Reservemannschaft in dieser Spielzeit, zum ersten "Dreier" reichte es aber auch gegen die Schmankerldorfkicker aus Vorderweißenbach nicht. Dabei wusste die Mannschaft von Trainer Georg Lindorfer insbesondere im ersten Spielabschnitt durchaus zu gefallen und ging bereits nach elf Minuten durch einen schön herausgespielten Treffer von Simon Gahleitner verdient in Führung. Die Gastgeber verabsäumten es jedoch in ihrer besten Phase weitere Treffer nachzulegen und mussten so nach einer halben Stunde den Ausgleich hinnehmen. Vorderweißenbachs Fabian Schimpl nutzte die Unordnung in Arnreits Hintermannschaft nach einer Ecke eiskalt aus und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Im zweiten Spielabschnitt konnten die Hausherren dann nicht mehr an die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen, im Gegensatz zur Vorwoche gelang es der Lindorfer-Elf dieses Mal allerdings auch den eigenen Kasten sauber zu halten. Auch wenn mit dem dritten Unentschieden in der laufenden Spielzeit in der Tabelle keine großen Sprünge nach vorne möglich sind sollte der Punktgewinn der jungen Mannschaft doch Selbstvertrauen für die verbleibenden drei Spiele in der Hinrunde geben, in denen man noch einmal alles daran setzen wird, den so heiß ersehnten ersten Saisonsieg einzufahren.


Spielbericht des oö. Fußballverbandes




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