• Manuel Lindorfer

Arnreit stirbt in Schönheit

Es scheint, als hätte Arnreit das Toreschießen verlernt. Aus einer spielerisch ersten hervorragenden ersten Halbzeit kann die Mannschaft kein Kapital schlagen, in den zweiten 45 Minuten fehlt dann das letzte Aufbäumen, so dass sich die Heimischen am Ende aufgrund ihrer Effektivität verdient mit 3:1 durchsetzen.


Gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Nebelberg wollte die Arnreiter Elf endlich einen Weg aus der Krise finden. Aufbauen konnte man dabei auf das Spiel gegen Tabellenführer Peilstein, dem man spielerisch durchaus das Wasser reichen konnte. Doch auch in Nebelberg sollte es, trotz einer tollen ersten Halbzeit, zu keinem Punkt reichen. Die Gäste aus Arnreit kommen in Nebelberg besser aus den Startlöchern, lassen im Mittelfeld Ball und Gegner laufen und finden auch bald die ersten Einschussmöglichkeiten vor. Zweimal ist es Aiglstorfer Patrick, der mit rechts einmal am Torwart scheitert und mit links knapp daneben schießt. Vorallem er und Koblmüller Tobias sind es, die Nebelbergs Defensive teilweise schwindelig spielen. Über die gesamte erste Halbzeit finden die Heimischen kein Mittel, die beiden spielfreudigen Mittelfeldakteure entscheidend zu stören. Auch das Spiel über die Seiten funktioniert an diesem Nachmittag relativ gut, der letzte, entscheidende Pass kommt aber nicht oder zu ungenau. Generell: Arnreit spielt gut, am gegnerischen Sechzehner fehlt aber dann die letzte Konsequenz im Abschluss. Nebelberg hingegen ist durch die beiden quirrligen Angreifer Pfoser und Pfeil stets gefährlich, stellt dies aber im ersten Durchgang nur selten unter Beweis. Aber wenn, dann wird es gefährlich. So kann Karl Thomas einen Schuss von Pfoser noch abwehren, wenig später gibt es aber die kalte Dusche für die Gäste, als Abwehrspieler Zinöcker nach einem Eckball aus kurzer Distanz völlig unbedrängt zur Führung einköpfen kann. Vielleicht zu diesem Zeitpunkt (25.) nicht verdient, aber Arnreit ist in gewisser Weise selbst Schuld, hatte man doch im Vorfeld bereits vier, fünf Hochkaräter, die ungenützt blieben. Am Spielgeschehen änderte der Treffer der Nebelberger nichts, spielten die Gäste weiterhin ihr Spiel - das auch belohnt werden sollte. Einmal mehr war es der starke Koblmüller Tobias, der im Strafraum nur mehr durch ein Foul zu stoppen ist. Den fälligen Strafstoß verwertete Aiglstorfer Patrick souverän zum Ausgleich (32.). Kurz vor der Pause wird ein Abspielfehler Arnreits in der Vorwärtsbewegung erneut bitter bestraft, als Pfeil Florian den Konter mit einem Halbvolley ins lange Eck zur Pausenführung abschließt. Das alles in Minute 42. In der zweiten Halbzeit können sich die Heimischen etwas besser auf das Spiel der Gäste einstellen, machen im Mittelfeld die Räume enger und lassen so nicht mehr so viele Möglichkeiten wie noch im ersten Durchgang zu. Dennoch sollte Arnreit zu einigen guten Chancen kommen, verfehlte aber meist das Gehäuse von Torwart Wöss, der leider zu selten entscheidend eingreifen musste. Nebelbergs Spiel nach Vorne beruhte meist auf hohen Bällen in die Spitze, was vorerst noch nicht von Erfolg gekrönt war. Als Arnreit - den Ausgleich suchend - mehr und mehr aufrückte, schlug Nebelberg eiskalt zu. Bei einem Konterangriff kann der mittlerweile eingewechselte Riederer-Winkler Mario dem Angreifer den Ball gerade noch streitig machen, der kommt jedoch zum völlig freistehenden Pfoser David, der alleine vor Karl Thomas keine Mühe hat einzunetzen (77.). Damit war eine Vorentscheidung gefallen, den Arnreit gelang es in Folge nicht, den schnellen Anschlusstreffer zu erzielen, zu harmlos war man in der Offensive. So spielt Nebelberg die Zwei-Tore-Führung herunter und geht am Ende, aufgrund der klar effektiveren Spielweise, auch als verdienter Sieger vom Platz. Arnreit bringt sich somit auch im zweiten Spiel in Folge um die Früchte der eigenen Arbeit. Damit bewahrheitet sich leider auch eine alte Fußballwahrheit: "Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten". So brutal kann Fußball sein, dennoch darf die Mannschaft jetzt die Köpfe nicht hängen lassen, muss weiter kämpfen und im Abstiegskampf auch die Moral an den Tag legen, die es braucht, um bestehen zu können. Bereits nächsten Samstag, 23. April, kommt es auf heimischer Anlage zu einem richtungsweisenden Spiel, trifft man dort auf den Tabellenvorletzten aus Reichenthal, die ihrerseits gegen Schlusslicht NWK ein 7:0-Schützenfest feierten und nun wieder Lunte gerochen haben. Und genau gegen diesen Gegner wird Arnreit beweisen, dass die Mannschaft nicht nur schön, sondern auch effektiv spielen kann...

Reserve: Nebelberg 1 - 1 Arnreit

Einen Schritt in die richtige Richtung machte Arnreit Reservemannschaft nach zuletzt zwei 0:5-Klatschen. Gegen Nebelberg bringt Peer Andreas die Gäste mit 1:0 in Führung, der Pausenstand hätte aber durchaus höher ausfallen können, wurden der Mannschaft doch zwei klare Elfmeter vorenthalten. In der zweiten Halbzeit sind die Gastgeber besser, kommen in Minute 75 auch zum verdienten Ausgleich durch Pühringer. Wehmutstropfen: Mit Reiter Florian und Lindorfer Georg verletzten sich gleich zwei Leistungsträger. Man darf hoffen, dass beide bald wieder einsatzfähig sind.

 

Spielbericht des oö. Fußballverbandes

Voller Einsatz in der Arnreiter Defensive

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